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16. September 2015: "Gemeinsam entscheiden" - VKA lädt Angehörige zu ethischen Fallgesprächen ein
Darf man eine Bewohnerin daran hindern, das Haus zu verlassen, wenn sie die Gefahren des Straßenverkehrs nicht verstehen kann? Sollen die Pflegekräfte einen Bewohner gegen seinen Willen lagern, damit er sich nicht wund liegt? Für solche und ähnliche Situationen bietet der Verein katholischer Altenhilfeeinrichtungen e.V. (VKA) in seinen Einrichtungen seit 2013 moderierte ethische Fallgespräche an.
Das Angebot steht nicht nur den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern auch den Angehörigen zur Verfügung. An sie richtet sich die neue Broschüre "Gemeinsam entscheiden", die heute im Rahmen eines Festaktes in Delbrück vorgestellt wurde.
"Ethische Fallgespräche tragen wesentlich dazu bei, dass man nach einer Entscheidung gut schlafen kann," ist die Autorin und Ethikberaterin Dr. Mechthild Herberhold überzeugt. Ein Anfang ist schon gemacht, wenn sich die beteiligten Personen an einen Tisch setzen. "In einem ethischen Fallgespräch kann man die eigene Sicht darstellen und die Positionen der anderen hören, um schließlich eine gemeinsam verantwortete Entscheidung im Sinne des Bewohners oder der Bewohnerin zu treffen."
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im VKA wünschen sich, in ethischen Fragen mit den Angehörigen zusammenzuarbeiten. Die Broschüre versteht sich daher ausdrücklich als Einladung an Angehörige. Sie ist ab sofort in den Einrichtungen erhältlich.

03. September 2014: Akademie für Ethik in der Medizin bietet Zertifizierung für Ethikberatung an
Mechthild Herberhold, Inhaberin des Beratungsunternehmens "Ethik konkret", gehört mit zu den ersten, die sich dem neu entwickelten Verfahren gestellt haben. Sie ist nun als Ethikberaterin, als Koordinatorin sowie als Trainerin für Ethikberatung im Gesundheitswesen (AEM) zertifiziert.
EthikberaterInnen unterstützen Reflexions- und Entscheidungsprozesse in ethisch unklaren Situationen. In der Wirtschaft zum Beispiel, wenn eine Führungskraft sich fragt, wie sich Entlassungen verantwortungsvoll gestalten lassen. Oder im Gesundheitswesen, wenn offen ist, welche Therapie dem Willen eines bewusstlosen Patienten am ehesten entspricht. Oder in der Technikentwicklung, wenn ForscherInnen überlegen, welche unbeabsichtigten Auswirkungen ihr Produkt haben könnte.
Welche Qualifikationen EthikberaterInnen mitbringen müssen, legt bisher jedes Unternehmen für sich fest; einheitliche Regelungen fehlen. Für das Gesundheitswesen hat die Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) nun Mindestanforderungen festgelegt und ein Zertifizierungsverfahren mit drei Kompetenzstufen erarbeitet. Damit setzt die Fachgesellschaft Maßstäbe zur Standardisierung und Qualitätssicherung von Ethikberatung.

06. Juni 2013: Gute Entscheidungen treffen - VKA bietet Unterstützung bei ethischen Fragestellungen
Wie können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Altenheimen gut und richtig reagieren, wenn eine Bewohnerin es ablehnt, gelagert zu werden? Oder wenn der demenziell veränderte Herr G. die notwendigen Medikamente für Gift hält? In der Altenhilfe sind neben den pflegerischen, medizinischen oder rechtlichen Gesichtspunkten in vielen Situationen auch ethische Aspekte von zentraler Bedeutung. Ab Sommer 2013 unterstützen in den Einrichtungen des Vereins katholischer Altenhilfeeinrichtungen e.V. (VKA) Moderatorinnen und Moderatoren die betroffenen Personen bei der ethischen Entscheidungsfindung.
"Das medizinisch und pflegerisch Machbare differenziert sich immer weiter aus", berichtet Vorstandsmitglied Andrea Baxpöhler. "Damit Entscheidungen vor dem Hintergrund eines christlich verantworteten Menschenbildes besser abgewogen werden können, investieren wir in die Ausbildung von Moderatoren."
Über ein Jahr lang befassten sich 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 17 Einrichtungen des VKA unter der Leitung von Ethikberaterin Dr. Mechthild Herberhold intensiv mit ethischen Fragestellungen. Anhand von konkreten Situationen aus dem Altenhilfealltag haben sie ihre zukünftige Moderationstätigkeit eingeübt. Am 13. Juni 2013 schließen sie nun den Grundkurs "Moderation ethischer Fallgespräche" ab. "Aufgabe der Moderatorinnen und Moderatoren ist es nicht, selbst zu entscheiden, sondern die Entscheidungsfindung zu unterstützen", erläutert Herberhold deren Rolle. "Mit ihrem Handwerkszeug tragen sie professionell dazu bei, dass die beteiligten Personen im Konfliktfall eine verantwortete Entscheidung treffen können."
An dem Kurs haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Pflege, der Heimleitung, dem Sozialen Dienst und dem VKA-Vorstand teilgenommen. "Trotz der hohen Anforderungen in ihrem Beruf waren alle bei jedem Treffen hoch engagiert und wollen an diesem spannenden Thema weiter arbeiten", freut sich Baxpöhler. Um gleich bleibende Qualität in den ethischen Fallgesprächen zu sichern, hat die Fortbildungsbeauftragte Ulrike Molitor bereits weitere regelmäßige Veranstaltungen geplant.
In allen Einrichtungen des VKA kann bei kritischen Situationen ein ethisches Fallgespräch zur gemeinsamen Entscheidungsfindung angefordert werden. Das neue Angebot steht den Bewohnerinnen und Bewohnern der VKA-Altenheime, ihren Angehörigen und Hausärzten sowie den mit der Pflege und Versorgung befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung.

14. September 2012: Wertschätzender Umgang mit MitarbeiterInnen in Trauersituationen
Meist wird in Unternehmen über Tod nicht gesprochen. Es ist ja nicht ganz einfach, dafür Worte zu finden. Und eigentlich rechnet auch niemand so recht damit, dass in einem Betrieb jemand stirbt. Dabei ist der Tod auch im Arbeitsalltag immer wieder gegenwärtig. Durch einen Unfall, eine Krankheit oder einen Suizid sterben KollegInnen, deren LebenspartnerInnen, Eltern, FreundInnen oder Kinder.
Wie wichtig es für die MitarbeiterInnen und die Unternehmen insgesamt ist, der Trauer einen Platz zu geben, wird in immer mehr Zusammenhängen ein Thema.
So hat etwa nach dem Tod von Steve Jobs im Oktober 2011 Spiegel Online gefragt: "Was tun, wenn der Chef stirbt?". Ein halbes Jahr später stellte unter dem Titel "Rituale für den Neubeginn" ein Artikel in managerSeminare Beispiele für unterstützende Trauerarbeit in Unternehmen vor. Und ganz aktuell widmet die Zeitschrift Leidfaden, ein noch junges Fachmagazin für Krisen, Leid und Trauer, seine August-Ausgabe der "Trauer am Arbeitsplatz".
"Für die Belegschaft ist das Verhalten der Leitungen bei einem Todesfall von entscheidender Bedeutung", berichtet Dr. Mechthild Herberhold darin aus ihrer Arbeit. Unter der Überschrift "Unerwartet relevant" befasst sich die Ethikberaterin damit, was Trauer am Arbeitsplatz für Unternehmensleitungen bedeutet und wie hilfreiche Reaktionen aussehen können. "Eine positive, offene Reaktion erleben MitarbeiterInnen als Wertschätzung und Respekt - dem Toten gegenüber und auch ihnen selbst gegenüber. Bei einem Trauerfall sind Menschen in der Regel besonders sensibel. Wie die Betriebsleitung reagiert hat, bleibt daher lange im Gedächtnis."


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Letzte Aktualisierung am 17.09.2015